Bericht von Dr. F. W. Förster und Daniela Gärmann

Unser Ärztetransfer in die ASB Health Clinic in Dippa Kunda erfolgte im Zeitraum vom 22.02.2013 bis 09.03.2013. Die An- und Abreise mit Brüssel Airlines erfolgte problemlos. Als wahrscheinlich erstes Transferteam wurden wir bei der Einreise in Gambia einer Zollkontrolle unterzogen. Nach einem etwa halbstündigen lebhaften Durcheinander auf Grund der randvoll gefüllten Koffer mit Medikamenten und Anästhetika konnten wir dann plötzlich ohne weitere Begründung den Flughafen verlassen. Später wurde uns dann von den in Gambia lebenden Deutschen mitgeteilt, das wir die Zeit beim Zoll durch die Gewährung eines kleinen "Willkommensentgeldes" hätten drastisch verkürzen können.

Vom Flughafen wurden wir durch den Fahrer der Klinik, Alasan, abgeholt, der uns auch während der ganzen Zeit des Einsatzes stets sicher und pünktlich von unserer Unterkunft zur Klinik und zurück gebracht hat. Unsere Unterkunft in Fajara, Mama`s Guesthouse, übertraf bei weitem unsere Erwartungen und auch die Verpflegung war mehr als ausreichend. Da wir an einem Freitag anreisten, konnten wir das Wochenende nutzen, um uns an die klimatischen Verhältnisse zu gewöhnen, uns einzuleben und auch am Sonnabend  bereits die Klinik anzusehen.

Unser direkter Arbeitseinsatz erstreckte sich von Montag bis Freitag in der Zeit von 9.00 Uhr bis 14/15.00 Uhr. Sowohl die Patientenzahl als auch der Behandlungsbedarf/Patient war als sehr hoch einzuschätzen. Die Therapie der Wahl war in den meisten Fällen die Extraktion, wobei in  einigen Fällen die Zähne mit einer Wurzelbehandlung hätten erhalten werden können. Die Entscheidung zur Extraktion wurde in vielen Fällen zum einem durch die Kostenfrage bestimmt, war aber auch auf Grund der schlechten Prognose einer Wurzelbehandlung gerechtfertigt (hoher kariöser und parodontaler Zerstörungsgrad).

Durch das Vorhandensein des zweiten Behandlungszimmers konnten zusätzlich Behandlungen durch den Oral-Health-Worker Momodou Ann mit seiner Assistentin Bintou Chorr durchgeführt werden, was die Effektivität der Zahnstation deutlich erhöht. Gleichzeitig ergab sich dadurch ein Kapazitätsproblem mit dem Steri, der für derartige "Fliesbandextraktionen" unterdimensioniert ist und hier in Zukunft eine Investition sinnvoll erscheint. Desweiteren besteht ein Bedarf an Unterkieferweisheitszahnzangen. Für zukünftige Teams ist zu empfehlen, das jeder ausreichend Handschuhe und Anästhetika mitnimmt. Für Präparationen von Füllungen sollte sich jeder Kollege am besten die Diamanten einpacken, die er dafür benötigt (so war z.B. kein einziger kugelförmiger Diamant vorhanden, dafür aber eine Unmenge unnützer Präp.-Diamanten).

Abschließend können wir sagen, dass wir die Unterbringung in Mama`s Guesthouse als sehr angenehm empfunden haben. Durch die abendlichen Gespräche mit seit Jahren in Gambia lebenden Deutschen haben wir viel über dieses Land erfahren und erhielten so einerseits einen Einblick in die schwierige medizinischen Betreuung, aber auch darüber, wie das Leben in Gambia von den Menschen bewältigt wird und was die Seele Afrikas ausmacht.


Wenn unsere Hilfe auch nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein war, so war bei unserer Abreise aber eines  schon sicher -  wir werden Gambia wieder besuchen.


Folgende Behandlungen wurden im Zeitraum des Einsatzes von uns durchgeführt:
103  Extraktionen
    8  Osteotomien
  11  Füllungen
    1  Wurzelkanalbehandlung
    9  Nachbehandlungen
    5  Dolor post
    4  Mundschleimhauterkrankungen
    1  Inzision
    1  Prophylaxe
    2  Befundungen
    4  Prothetische Behandlungen



Dr. F. W. Förster & Daniela Gärmann

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